Wetten: Der Interstate-Vertrag betrachtet (Online- und Einzelhandels-)Sportwetten, d. h. Sportwetten mit festen Quoten, nur über den Ausgang von Sportveranstaltungen oder Teilen von Sportveranstaltungen (S. 3 Abs. 1) 4 Zwischenstaatenvertrag) als lizenzierbar. Wetten auf nicht-sportliche Veranstaltungen (z. B. Sozial-/Finanzwetten oder Sekundärlotterien) sind nicht gestattet. Pari-mutuel/pool-Wetten sind dem staatlichen Monopol vorbehalten. Trotz der Einleitung eines Lizenzierungsverfahrens im Jahr 2012 wurden bisher keine nationalen Sportwettenlizenzen erteilt. Das Verfahren konnte nicht abgeschlossen werden, da bestätigt wurde, dass es gegen den Grundsatz der Transparenz und Nichtdiskriminierung durch deutsche und europäische Gerichte verstößt. Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde ein neues Lizenzierungsverfahren angekündigt. Die Lizenzanforderungen und die erforderlichen Unterlagen wurden veröffentlicht, die Lizenzen werden jedoch nicht vor Januar 2020 erteilt.

Der Interstate-Vertrag regelt nur Sportwetten. Andere Wettformen (mit Ausnahme von Pferdewetten; siehe unten) sind von dem totalen Verbot betroffen, wenn sie online angeboten werden. Wetten auf Esports gelten nicht als Sportwetten. Casino-Gaming (einschließlich Poker): Einige Bundesländer begrenzen die Anzahl der Tische und Slots, die in Casinos erlaubt sind. Es gibt jedoch keine Einschränkungen für Auszahlungen, maximale Gewinne/Verluste oder die Dauer von Spielen. Gesperrte Spieler dürfen den Spielbereich nicht betreten oder in Casinos spielen. Um dies zu gewährleisten, müssen strenge Einlasskontrollen eingeführt werden. Diese Steuerelemente umfassen das Abgleichen der Spieler mit einer landesweiten Spieler-Sperrdatenbank.

Online-Casino-Operationen sind von dem Online-Verbot betroffen. Glücksspiele sind definiert als Spiele, bei denen die Gegenleistung erforderlich ist, um eine Gewinnchance zu erhalten, und die Bestimmung von Gewinnen ganz oder überwiegend eine Frage des Zufalls ist. Jede Glücksspielaktivität, die unter diese Definition fällt, unterliegt den spezifischen Glücksspielgesetzen. Der Interstate-Vertrag macht es zur Voraussetzung für einen Betreiber, eine Lizenz zu besitzen, sieht jedoch keine Lizenzmöglichkeiten für Wetten auf nicht-sportliche Veranstaltungen vor. Deutschland hat seine überarbeiteten Glücksspielvorschriften bei der Europäischen Kommission eingereicht, da sich das Land auf die Umsetzung des neuen Rahmens ab dem 1. Juli 2021 vorbereitet. Die vierte Auflage des Glücksspielstaatsvertrags, der Glücksspielneuregulierungstaatsvertrag (GlüNeuRStV), muss noch von 13 der 16 Bundesländer ratifiziert werden, bevor er in Kraft treten kann. Insbesondere muss sie von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalts ratifiziert werden, die die neue Regulierungsbehörde aus dem Gesetz beherbergen wird.