Einige Schüler besuchen Privatschulen durch Sozialhilfe. Dies ist häufig der Fall, wenn ein Schüler als gefährdetes Kind gilt: Studenten, die Lernbehinderungen, besondere Bedürfnisse haben oder aus dysfunktionalen häuslichen Umgebungen kommen. Während des Deutschen Reiches konnten die Kinder nach dem Besuch einer privat geführten, aufgeladenen “Vorschule”, die damals eine andere Art von Grundschule war, direkt in die Sekundarschule gehen. Die Weimarer Verfassung verbot diese, da sie sie als ungerechtfertigtes Privileg empfinden, und das Grundgesetz enthält immer noch die Verfassungsregel (Art. 7 Abs. VI), wonach die Vorschulen abgeschafft bleiben sollen. Es hat sich gezeigt, dass der Kindergarten die Schulbereitschaft bei gefährdeten Kindern verbessert. Kinder, die einen Kindergarten besuchten, hatten seltener Sprachstörungen oder eine beeinträchtigte Motorentwicklung. Nur 50 % der Kinder, deren Eltern ihren Schulabschluss nicht abgeschlossen haben, sind im Alter von sechs Jahren schulreif. Wenn diese Kinder in ein hochwertiges dreijähriges Kindergartenprogramm aufgenommen wurden, waren 87 % im Alter von sechs Jahren schulreif. So hilft der Kindergarten, ungleiche Chancen zu überwinden. [98] Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, meist mit unterklassigem Hintergrund, sind das am schnellsten wachsende Segment der deutschen Bevölkerung.

Ihre Aussichten tragen also stark auf dem Wohlergehen des Landes. Mehr als 30 % der Deutschen im Alter von 15 Jahren und jünger haben mindestens einen Elternteil, der im Ausland geboren ist. In den Großstädten haben 60 % der Kinder im Alter von 5 Jahren und jünger mindestens einen Elternteil, der im Ausland geboren wurde. [91] Einwandererkinder schneiden akademisch unter ihren Altersgenossen ab. [92] Zuwanderer sind tendenziell weniger gebildet als einheimische Deutsche. Die östlichen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verbinden Hauptschule und Realschule als Sekundarschule, Mittelschule bzw. Regelschule. Alle Bundesländer haben das Gymnasium als eine Möglichkeit für die fähigeren Kinder, und alle Bundesländer – außer Sachsen – haben einige Gesamtschulen, aber in unterschiedlichen Formen. Die Länder Berlin und Hamburg haben nur zwei Schularten: Gesamtschulen und Gymnasium. Es gibt eine ständige öffentliche Debatte über die Verfolgung von Schülern nach Fähigkeiten in verschiedenen Arten von Sekundarschulen (z.B. Gymnasium, Realschule und Hauptschule). Die Gegner des Streamings nach Fähigkeit behaupten, dass Streaming unfair sei, dass Eltern aus höheren sozioökonomischen Gruppen effektiver kindermit leiden, um Kinder mit ähnlicher Eignung an höhere Schulen (Gymnasium) zu schicken.

Befürworter des Streamings behaupten, dass es die Einkommenssegregation zwischen reichen und armen Gebieten einschränkt, da wohlhabendere Eltern in armen Vierteln ihre begabten Kinder aufgrund von Streaming immer noch auf eine ziemlich gute öffentliche Schule schicken können, was ihnen weniger Motivation gibt, in ein wohlhabenderes Gebiet zu ziehen. Sie sagen auch, dass ein möglicher Zugang zu einer selektiven Schule begabten Kindern von Eltern niedrigerer Klasse, die in armen Vierteln leben, bessere Bildungschancen ermöglichen würde, als wenn sie auf Schulen mit der durchschnittlichen Schülerpopulation ihrer Nachbarschaft beschränkt wären.